Archive für September 2009

Haben wir die Wahl gewonnen?


Klare Antwort: Ja! Natürlich freut man sich als Christdemokrat in Hamburg, wenn man so wie ich seit 30 Jahren Politik in dieser Stadt macht, dass wir zum ersten vor der SPD liegen. Es ist toll, dass wir 3 (!) Direktmandate holen konnte. Hamburg ist keine SPD-Hochburg mehr! Aber es ist auch keine CDU-Hochburg.

Auch wir Christdemokraten müssen selbstkritisch fragen, warum so viele Menschen der Wahl ferngeblieben sind. Natürlich lassen  sich heutige Wahlergebnisse in einem 5-Partei-System nicht vergleichen mit den Ergebnisen in den 90-Jahren. Aber dauerhafte Wahlergebnisse um die 30%-Marke kann keine Volkspartei zufrieden stellen.

Die CDU wird in der neuen schwarz-gelben Koalition eine neue Rolle spielen müssen. Den wirtschaftsliberalen freidemokratischen Marktfetischisten müssen wir eine klare soziale Marktwirtschaft gegenüber stellen.

Auch wir müssen wieder lernen, dass Politik zwar sachlich erklärt und begründet werden muss, aber zur Überzeugung des Bürgers gehört auch ein gehöriges Maß an innerer Überzeugung und Emotion. Wir werden unserem künftigen Koalitionspartner deutlich machen müssen, dass Marktwirtschaft kein Selbstzweck ist, sondern dem Menschen dienen muss.

Ich bin sicher, dass schaffen wir!

Ist Kampfsport gefährlich fürs Gehirn?


Seit Samstag erreichen mich unzählige Emails von Menschen, die mir verdeutlichen wollen, dass der Kampf“sport“ MMA (Mixed Martial Arts) auf keinen Fall verboten werden dürfte.

 

Nun gebe ich zu, ich habe vor einiger Zeit einen Artikel im Spiegel gelesen, der mich ausgesprochen kritisch stimmt, was diese Art des gegenseitigen aufeinander Einprügelns angeht. Allerdings hatte ich meine geistige Notiz sich mit diesem Thema mal zu beschäftigen, inwieweit es für Hamburg relevant ist, schon längst wieder vergessen.

 

Dankenswerter Weise haben mich nun diese vielen fleißigen Email-Schreiben wieder zu Recht an dieses Thema erinnert.

 

Um es ganz deutlich zu sagen, es ist das gute Recht von Bürgern, sich mit Schreiben und Mails an ihre Abgeordneten zu wenden. Ich nehme so etwas auch sehr ernst. Es kann aber passieren, dass man ab einer bestimmten Anzahl von Mail dann doch irgendwann etwas „genervt“ reagiert. Aktuell liegen mir 82 Mails von Befürwortern dieser Kampfesart vor. Die Anzahl steigt sozusagen stündlich.

 

Nun wäre schön, wenn man mir in 82 verschiedenen Versionen die Wichtigkeit dieser „Sportart“ erläutert hätte. Tatsächlich handelt es sich 82 mal um den gleichen Text, was mich ein bisschen in dem Gedanken bestärkt, dass es sich vielleicht doch nur um „politischen Spam“ handeln könnte. Die andere Interpretationsvariante wäre, dass MMA vielleicht doch gefährlich für das Gehirn sein könnte, wenn man nicht mehr on der Lage ist, als Betreiber dieser „Kampfkunst“, einen eigenen Text zu entwerfen.

Nun, diese Fragestellung überlasse ich jedem Einzelnen selbst zu beantworten.

Allerdings bin ich den vielen Emailversendern dankbar für Ihren Hinweis. Ich werde jetzt noch einmal intensiv recherchieren, ob dieses „Gewaltspektakel“ wirklich in Deutschland notwendig ist. Ein gesetzliches Verbot finde ich ausgesprochen sinnvoll!

Macht Personenschutz eigentlich Spaß?


Eigentlich ist die öffentliche Meinung der Ansicht, Politiker sollten grundsätzlich alle Termine mit der U-Bahn wahrnehmen (auch solche im Ausland, wie eine große Tageszeitung ernsthaft als Abstimmungsmöglichkeit vorschlägt). Gleichzeitig sollten Sie möglichst keinerlei Sicherungsmaßnahmen bekommen, da sie ja ohnehin selber schuld sind, dass der eine oder andere „durchgeknallte“ Bürger sie oder ihre Familie bedroht.

 

Nun kann ich diese Debatten in der Öffentlichkeit gut verstehen, bedienen sie doch ohnehin vorhandene und immer wieder gern geschürte Vorurteile.

 

Wenn ich aber in den letzten Tagen so manchen Kommentar in den Online-Medien lese, geht mir dann doch der Hut hoch.

In jedem Urlaub im Ausland wundere ich mich immer wieder wie viele Firmenwagen an so mancher Fähre neben mir stehen. Offensichtlich ist der Fahrer nicht gerade auf einer Service-Tour, sondern verbringt den Urlaub mit seiner Familie in Firmenwagen im Ausland. Das ist auch ganz in Ordnung so. Wo ist da der Unterschied zu einem Minister bzw. Senator?

 

Offenbar glauben viele Zeitgenossen, das Sicherungsmaßnahmen für einzelne Politiker seien unangemessene Statussymbole und würden den Geschützten auch noch Spaß machen. Sie vergessen, dass die Einschätzung einer Bedrohungslage für einen Menschen und seine Familie nicht unbedingt zu den angenehmen Seiten des öffentlichen Lebens gehört. Wer sich einmal kurz zurück erinnern mag, der sollte sich auf die Attentate auf Oskar Lafontaine, Wolfgang Schäuble oder Roger Kusch in Hamburg besinnen. In der Regel geistig verwirrte Menschen, die zu einer schrecklichen Gefahr werden können.

 

Wenn in Hamburg ein Innensenator nach einer Einschätzung der Fachleute vom LKA einen solchen Personenschutz braucht, dann sollte man bitte nicht auch noch verlangen, dass er ihn aus eigener Tasche bezahlen muss. Dummerweise halten sich potenzielle Attentäter nicht an die Dienstzeiten.

 

Aus einer solchen bedauerlichen Notwendigkeit eine „Dienstwagen-Affäre“ zu machen, zeugt davon, das Politiker immer mehr zu „medialen Freiwild“ in dieser Gesellschaft werden.

NPD-Verbotsantrag der SPD

Gestern hat die Bürgerschaft einen Antrag von SPD und Linkspartei abgelehnt, sich an der Sammlung der sozialdemokratischen Länder für Material gegen die NPD zu beteiligen.

Warum? Weil dies ein reiner Show-Antrag war. Natürlich muss das Ziel aller Demokraten sein, eine solche ekelhafte Partei zu verbieten. Wir sind aber schon einmal kläglich mit diesem Ansinnen beim Bundesverfassungsgericht gescheitert. Deshalb muss der zweite Aufschlag diesmal stimmen.Ein nochmaliges Versagen, wie damals vom ehemaligen Bundesinnenminister Schily, können wir uns nicht leisten. Dann würden wir diese Partei nur noch aufwerten.

In Hamburg wird die NPD natürlich intensiv von den Fachleuten des Verfassungsschutzes beobachtet. Zur Bekämpfung des Rechtsextremismuses hat die Bürgerschaft bei den letzten Haushaltsberatung gerade zwei weitere Stellen bereitgestellt. Wenn das Material hieb-und stichfest ist, dann ist die Zeit gekommen ein solches Verfahren zügig anzugehen. Dazu bedarf es keiner Wahlplakate, sondern verantwortlicher Arbeit.

Gut gemeint, ist eben nicht immer auch gut gemacht!

Schanzenfest 2009 - Meine Eindrücke

Ich habe mir den Abend des Schanzenfestes am 12.September selbst einmal „angetan“. Einige Dinge fand ich sehr bemerkenswert.

 

Es waren viel (!!!) mehr Krawall-Voyeure anwesend als Menschen, die irgendein Interesse an dem Fest als solchem hatten

 

Einen oder gar mehrere Polizisten habe ich den ganzen Abend nicht gesehen. Davon fühle ich mich total „provoziert“.

 

Ich habe unglaubliche viele Jugendliche gesehen, die im Alter zwischen 14-18 Jahre alt waren (aber auch ca. 12 jährige liefen da rum- was machen eigentliche deren Eltern?)

 

Der Alkoholpegel war sehr hoch. Bezeichnend, dass man echt Probleme hatte eine Cola zu bekommen, aber Bier wurde in Hülle und Fülle verkauft wurde

 

Die „ach so kommerzfreien Stände“ verkauften zum großen Teil denselben Müll wie er auf anderen Straßenfesten angeboten wird

 

Die  angeblichen „privaten“ Gastronomiestände entpuppten sich zum großen Teil als die Betreiber der Gastro-Szene im Stadteil

 

Der Penny-Markt (hatte bis 22.00 Uhr auf) hat wahrscheinlich ein riesigen Umsatz gemacht. Dabei dachte ich, wenn man so alternativ sein will, kauft man nicht bei Multis. Aber der billige Sixpack oder der Tetrapack Wein ist eben nicht zu verachten.

 

Ich habe mich immer gefragt, warum die Haspa ihre Filiale an der Juliusstraße nicht auf gibt, da sie doch regelmäßig „geschleift“ wird. Jetzt weiß ich warum: Diese Filiale hat 3 (!) Geldautomaten. Vor diesen waren den ganzen Abend lange Warteschlangen. Cool, erst ziehe ich dort mein Geld für die nächste Astra-Knolle und dann mache ich den Laden platt. Es lebe der Kapitalismus. Vor allem mit Papi’s EC-Karte.

 

Es gab an dem Abend nur eine sehr überschaubare Menge von wirklichen Krawallmachern. Aus meiner Sicht vielleicht 200-300. Die waren echt enttäuscht, dass keine Polizei zum „Prügeln“ da war.

 

Die „schwarz gekleideten Pseudo-Autonomen“ beziehen Ihre Klamotten nicht im Second-Hand-Land, sondern eher in den feinen Boutiquen im EKZ Alstertal. Selten habe ich so viele „wohlstandsverwahrloste“ gesehen, wie an diesem Abend

 

Die Kissenschlacht fand ich witzig und originell. Von solchen Aktionen braucht das Schanzenfest mehr.

 

Alternatives Straßenfest, heißt vor allem, dass ich meinen Müll nach dem Flohmarkt einfach auf der Straße stehen lasse – cool! Bisher dachte ich, dass wäre einfach asozial gegenüber meinen Mitmenschen, jetzt weiß ich, dass ist alternativ. Ich glaube, dann bin ich doch lieber nicht alternativ!

 

Ich fand, dass war ein klasse Fest, aber warum kann man es nicht genauso anmelden, wie alle anderen auch?

 

Das Transparent „ Wir wollen keine runden Tische, sondern schwarze Blöcke!“ ist wahrscheinlich der größte Schwachsinn den ich seit langem gelesen habe.

 

Ich hoffe, das diejenigen die im nächsten Jahr wieder so ein buntes Fest feiern wollen, einen gemeinsamen Weg mit dem Bezirksamt finden werden.

NPD will unsere Demokratie zerstören!

Der Vorstand der CDU-Bürgerschaftsfraktion war heute in der Talmud-Tora-Schule, um dort mit dem Vorstand der jüdischen Gemeinde in Hamburg ein deutliches Zeichen gegen die Wahlkampfkundgebung der NPD in Hamburg zu setzen. Die gemeinsame Erklärung macht deutlich was man an einem solchen Tag in Hamburg nur bekennen kann.

Ich will aber auch noch ein Wort los werden zu dem was gestern der bayerische Innenminister gefordert hat, nämlich ein sofortiges Verbotsverfahren gegen die NPD.

Nun sind wir in der letzten Zeit ja so einiges gewöhnt von der CSU was Populismus angeht, aber ich finde, dies ist ein Thema, dass sich nun wirklich nicht für solche platten Parolen eignet. Das gilt sowohl für die SPD als auch für die CSU. Ein Verbotsverfahren muss sorgfältig vorbereitet werden, um auf jeden Fall zum erfolgreichen Abschluss gebracht zu werden. Wer etwas anderes fordert, nimmt zumindest billigend in Kauf, dass die NPD auf noch aufgewertet wird. das können Demokraten nicht wollen! Sehr bemerkenswert dazu auch Stephan Kramer.

Nazis in Hamburg- da darf man nicht schweigen!

Morgen findet in Hamburg eine Kundgebung der NPD statt. Obwohl nur eine verschwindent geringe Anzahl von Rechtsradikalen erwartet wird, darf man nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen. Dort wo die NDP versucht Wahlkampf zur machen, muss man auf das hinweisen, was dabei rauskommt. Deshalb wird morgen der Fraktionsvorstand der CDU-Bürgerschaftsfraktion gemeinsam mit dem Vorsitzenden  der jüdischen Gemeinde in Hamburg eine gemeinsame Erklärung veröffentlichen in dem wir gemeinsam deutlichen machen werden, dass solche Kundgebungen in Hamburg nicht erwünscht sind. Wir werden dies an einem Ort gemeinsam machen, der besonders deutlich macht wohin Nazis es haben kommen lassen: der Thalmud-Thora-Schule.

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