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23.4.2008 von VvV.
Eine denkwürdige Begegnung am letzten Dienstag lies mich erschreckt feststellen, für welche Art „entfernte, lebensfremde Wesen“ einige Menschen uns Politiker halten:
Am frühen Nachmittag Tages packte mich mein Putzfimmel (der sich zuvor reichlich lange in Zurückhaltung geübt hatte) und ich stellte fest – nicht bevor mir meine Nachbarin einige Zeit zuvor das vielsagende Angebot unterbreitet hatte, sie kenne da einen preisgünstigen Fensterreinigungsservice – dass mein Schaufenster doch reichlich lange keinen „Scheibenklar“ mehr gesehen hatte. Wenige Minuten später war die Leiter aus dem Keller geholt und ich genoss draußen das schöne Wetter, während ich für einen „klaren Durchblick“ in – oder vielmehr aus – meinem Büro sorgte. Unterdessen kam der Besitzer eines Autos wieder, das auf dem Parkstreifen vor der „Politikschmiede“ abgestellt war. Der Mann bereits halb aus der doch recht kompakten Parklücke ausgeparkt , als er plötzlich zurücksetzte, das Auto erneut abstellte und ausstieg. Es folgte ein verdutzter Blick auf mich, gefolgt von einer Betrachtung meines im Schaufenster hängenden Wahlplakates..
„Sagen Sie, sind Sie das da auf dem Bild? Sie sind der Abgeordnete?“ Jetzt war ich etwas perplex: „Äh, ja.“ „Und Sie putzen selbst Ihre Scheiben?“ Abermals folgte ein „Äh, ja.“
Nun zeigte sich auf dem Gesicht des Mannes ein Ausdruck, der förmlich „unfassbar“ in die Welt hinausschrie. „Das gibt’s ja nicht! Sie wähl ich!“ war dann der Satz, mit dem mich der Mann verabschiedete und in sein Auto stieg, um die zwei Minuten zurückliegende Ausparkübung zu wiederholen.
Ich weiß nicht, ob es so undenkbar ist, dass Politiker ihre Scheiben selber putzen. Ich finde es ganz normal!
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